IPP Process Playbook

DIE ENTSTEHUNGSGESCHICHTE DES PROCESS PLAYBOOK

Transparenz und Kommunikation sind zwei wesentliche Wertvorstellungen der IPP-Philosophie. Eine transparente Grundlage, ob positiv oder negativ im aktuellen Umfeld, hilft im privaten als auch im geschäftlichen Bereich die in der aktuellen Situation richtige Entscheidung zu treffen. Menschen mit unterschiedlichsten Interessen und Fähigkeiten müssen dabei zu einer Lösung für den nächsten Entwicklungsschritt kommen. Durch das Studium der Elektrotechnik und der Betriebswirtschaftslehre sowie die Diskussionen mit angehenden Psychologen konnten in den Anfangsjahren erste Erfahrungen zu den unterschiedlichsten Sichtweisen gewonnen werden.

Die methodischen Jahren im CIM-Zyklus
Im Rahmen der Aktivitäten im CIM-Umfeld (Computer Integrated Manufacturing) beschäftigte sich  eine Forschergruppe am Institut für Wirtschaftsinformatik (IWi) in Saarbrücken ergänzend zu der damaligen Datenmodellierung mit der geeigneten Darstellung von Geschäftsprozessen in Wissenschaft und Praxis. Computer Integrated Manufacturing und diverse, internationale Forschungsinitiativen, z. B. CIM-OSA (Computer Integrated Manufacturing - Open System Architecture), sollten Unternehmen in der Geschäftsprozessgestaltung unterstützen. Innerhalb der Forschergruppe wurden unterschiedlichste Methoden, Modelle, Architekturen in Wissenschaft und Praxis evaluiert und der CIM-Papst und Institutsleiter Prof. Dr. Dr. h. c. A.-W. Scheer begann aufbauend darauf das Konzept „Architektur Integrierter Informationssysteme (ARIS)“ begleitet durch den CIM/SAP-Analyzer, CIM-Datenmodeller und das CIM-Toolbook zu entwickeln. In der Entwicklungskooperation mit der SAP AG wurde letztendlich die Ereignisgesteuerte Prozesskette (EPK) geboren, welche entgegen vieler Schilderungen bereits auch Organisationseinheiten und eingehende sowie ausgehende Informationen beinhaltete. Im hoch integrierten SAP-System ERP R/3 sind Organisationbrüche und Medienwechsel, obwohl in der EPK enthalten, nicht relevant in der Anforderungsdefinition gewesen.

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Die fachliche Ausbildung bei den SAP-Experten
Die SAP AG entschied Anfang der 90er Jahre für das in der Entwicklung befindliche SAP ERP R/3-System eine adäquate Geschäftsprozessdarstellung zu entwickeln, da die hohe Integration zwischen den einzelnen Modulen und die daraus resultierende integrierte Informationsverarbeitung zur Unterstützung verschiedenster Unternehmensbereiche für viele Unternehmen zum einen ein hohes Optimierungspotential darstellte, zum anderen aber auch eine hohe Herausforderung bei der Implementierung bilden würde. Mit dem Wechsel vom IWi zur SAP AG wurde – ohne jemals ein Seminar oder eine Schulung zu besuchen – die wahrscheinlich bestbezahlte Ausbildung in Betriebswirtschaft und Informationstechnik eingeleitet. Denn im Rahmen des Geschäftsprozessdesigns mussten permanente Diskussionen und Abstimmungen mit den Besten der einzelnen Module durchgeführt werden. Insbesondere die fachlichen Diskussionen mit den damaligen Führungskräften und Entwicklungsleitern Hans-Dieter Scheuermann, Rolf Schulte-Rebbelmund, Dietmar Saddei, Dietmar Pfähler, Harald Stuckert, Rainer Wallmeier, Reinhard Plate, Martin Boll, Jochen Puzicha, Lothar Rieger, Heinz-Ulrich Roggenkemper, Willi Zwerger, Dr. Franz-Josef Fritz, Dr. Karl Popp, Stefan Meinhardt etc. ermöglichten über Jahre hinweg ein „intravenöses Inhalieren“ der im SAP-System abgebildeten Betriebswirtschaft aller Module SD, MM, PP, FI, CO, AM, HR, PS, QM, PM. Ebenso konnte über die Abstimmungsrunden mit den Vorständen Gerd Oswald, Dr. Peter Zencke, Klaus Tschira, Prof. Dr. Hasso Plattner sowie Prof. Dr. Henning Kagermann  im Zusammenhang mit der fachlichen und technischen Integration das betriebswirtschaftliche Integrationswissen zu Unternehmen aufgebaut werden.

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Von links nach rechts: Dr. Franz-Josef Fritz, Dr. Peter Zencke, Klaus Tschira (SAP-Mitgründer), Stefan Meinhardt, Dr. Gerhard Keller

Die Top-Down Erfahrungen mit McKinsey
Der wesentliche Treiber des Umdenkens von einer deskriptiven Geschäftsprozessgestaltung hin zu einer konstruktiven Geschäftsprozessgestaltung entstand im Jahre 2001 im Zusammenhang eines McKinsey-Projektes bei der Postbank. Es stellte sich nun die Herausforderung, wie man komplexe Sachverhalte im Zuge der IT-Zielsystemgestaltung Top-Down im Zuge einer fachlichen Führung aktiv in die Organisation hineinträgt und letztendlich die einzelnen Mitarbeiter zur richtigen Handhabung befähigt.
Durch einen Top-Down-getriebenen Ansatz galt es, bestehende Strukturen in der IT und der Organisation neu zu gestalten. Die konsequente Ausrichtung des Geschäftsprozessdesigns orientiert an den Visionen der Entscheidungsträger mündete in einer abgestimmten Ebenendarstellung mit eindeutig definierten Elementen. Die konzipierte Grundstruktur und die konsequente Umsetzung des Top-Down-Ansatzes im Rahmen des Change Managements und der Organisationsentwicklung führten zur Erreichung der gesteckten Ziele und zu einer nachhaltigen Implementierung des Konzeptes in den Bereichen des CIO bzw. COO.

Die stetige Weiterentwicklung im Go-to-Market
Der ursprünglich mit McKinsey entwickelte 5-Ebenen-Ansatz wurde in verschiedensten Projekten evaluiert und weiterentwickelt. Insbesondere sind abweichend von klassischen Ansätzen zur Abbildung von Geschäftsprozess­architekturen, die eine hohe Anzahl von verschiedenen Methoden, Vorgehensweisen und Modellen anwenden, hier Erkenntnisse der Geoinformatik im Bereich der Prägnanz hinzugezogen worden. Die permanenten Weiterentwicklungen zielten darauf, komplexe betriebswirtschaftliche Sachverhalte einfach und intuitiv, aber hinreichend vollständig und integriert für Kunden transparent und nutzbar zu machen.
Ein wesentlicher Treiber für das heutige
IPP® Process Playbook war die Herausforderung zu einem CTO-Auftrag: „Erkläre bitte einem Selfmade-Men mit Herkunft Musik & Business das SAP-System und dessen Möglichkeiten“. Die Herausforderung im Zusammenhang der Positionierung einer technischen Lösung im Bereich Output Management mündete mit Unterstützung speziell erstellter Process Playbooks zunächst in der Positionierung des Unternehmens auf der SAP-Preisliste und dem anschließenden Verkauf an einen größeren SAP-Partner.

Transformation des IPP® Process Playbook
Die verschiedenen Entwicklungen führten letztendlich dazu, das Grundkonzept des Iterativen Prozess-Prototyping (
IPP®) mit klar vorgegebenen Ergebnistypen orientiert an den relevanten Stakeholdern zu deklarieren. Die aus dem IPP® konzipierten Ergebnistypen wurden als Process Playbook definiert, welches aus 4 Architekturebenen besteht. Mit der Zusammenführung des IPP® und des Process Playbook in IPP® Process Playbook ist im Jahre 2010 der konzeptionelle Rahmen für ein aktives Führungsinstrument gelegt worden.
In verschiedensten Projekten sind die Ergebnistypen geschliffen und das Erscheinungsbild geschärft worden. Auch zeigte sich in den vergangenen Jahren eine Priorisierung der IPP
®-Grundelemente  sowie die Übertragungsmöglichkeiten auf andere prozessorientierte Sachgebiete.
Ein wesentliches Anwendungsgebiet des IPP
® Process Playbook ist der Golfsport geworden, in diesen zur Vermittlung des Golfschwunges viele Aspekte aus dem Geschäftsbereich übertragen worden sind. Denn analog zu Führungskräften und Mitarbeitern, wo der Geschäftsprozess zur Steuerung transparent und nachvollziehbar sein muss, muss auch der Sportler die Einflussfaktoren zur Durchführung des richtigen Golfschwunges wissen und verstehen. Während jüngere Spieler Fehler in gewissen Grenzen ausgleichen können, führen unökonomische Bewegungen bei älteren Personen häufig zu gesundheitlichen Einschränkungen und die Freunde und der Spaß gehen verloren. Ist Führungskräften der Geschäftsprozess intransparent, kommt es dort zu Fehlinterpretationen.

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Aktuelle Entwicklungen zum IPP® Process Playbook
Mit der Gründung des Architektur- und Ingenieurbüros innerhalb der GmbH sind folgende 4 Entwicklungsstränge des IPP
® Process Playbook in einer fachlichen Struktur zusammengefasst worden. Die IPP Company führt innerhalb der GmbH die Erstellung und Umsetzung der „Enterprise Architecture“ durch. Die meist hoch komplexen Projekte werden durch erfahrene IPP-Coaches geführt und die Auftragsvergabe und das Berichtwesen erfolgt auf dem C-Level der Großunternehmen. 
Die IPP Academy, geleitet von PGA Golfprofessional Gerd Kreichgauer, führt Seminare zur Wissensvermittlung über Geschäftsprozesse und den Golfschwung durch. Ebenso betreut die IPP Academy das Segment der Kleinstunternehmen bei lokalen Geschäftsprozessoptimierungen.
Innerhalb der IPP Relation befindet sich ein Netzwerk von interessierten IPP
-Anwendern im Aufbau, die über Unternehmensgrenzen hinweg persönliche und unternehmerische Weiterentwicklungsmöglichkeiten im effizienten Geschäftsprozessdesign erfahren möchten. Es werden mit Zielsetzung der effizienten Unternehmenssteuerung fachliche, methodische, personelle und finanzielle Aspekte in die Projektbetrachtungen mit einbezogen.
Die IPP Education befasst sich mit innovativen Konzepten der Wissens- und Kompetenzvermittlung. Dabei fließen neueste didaktische und psychologische Erkenntnisse sowie ausgewählte Unterrichtsformen aus dem angelsächsischen Bereich ein.